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Hnefatafl

Das “Hnefertafl” oder auch “Hnefatafl” genannt, ist ein recht beliebtes Spiel in Larhgo, daß sogar auf der larhgotischen Turney gespielt wird.

Auf einem in 11x11 Felder unterteilten Spielbrett werden von zwei Spielern Steine oder Spielfiguren taktisch bewegt.

Hier solch ein Hnefertafl-Spielbrett mit Figuren.

http://larhgo.de/bilder/wintertreiben_2004/ab/PICT1970.JPG


Das Wikinger Spiel

Geschichtlicher Hintergrund

Das Wikingerspiel ist womöglich eines der großartigsten Brettspiele der Geschichte. Trotz einfacher Spielregeln werden große Anforderungen an die Fähigkeit der Spielteilnehmer gestellt: taktisch zu planen und die Spielzüge des Gegners vorauszusehen.

Das Spiel war in Nord-Europa in der Wikingerzeit (Ende 8. Jahrhundert bis 1000) weit verbreitet; eine turbulente Epoche gezeichnet von Unruhe und Streit. Im Mittelalter mit dem Bekanntwerden des Schachspiels geriet das Wikingerspiel allmählich in Vergessenheit. Aufgrund archäologischer Funde und Studien hat man das Spiel rekonstruieren können, wie es wahrscheinlich vor tausend Jahren gespielt wurde.

Das Wikingerspiel war besonders populär in den nordischen Ländern und wurde mit der Wikingerkultur in andere Länder getragen, hauptsächlich nach den britischen Inseln und “Gardarike” östlich der Ostsee. Das Spiel entwickelte sich in den verschiedenen Gegenden mit der Zeit sehr unterschiedlich und mit voneinander abweichenden Spielregeln. Die Archäologen haben sehr unterschiedliche Varianten des Spiels in Irland und in der Ukraine gefunden.

Das Wikingerspiel ist unter dem Namen “Hnefatafl” (Der Tisch des Königs) in den alten Schriften erwähnt. Mit den Kenntnissen aus diesen Schriften und aus Studien verschiedener Funde von Brettern und Figuren war man in der Lage, die Spielregeln zu rekonstruieren. Das letzte mal das man mit Sicherheit weiß, dass “Hnefatafl” gespielt wurde, war 1587 in Wales und 1723 in Nord-Schweden. Sigrid Undset, eine bekannte norwegische Verfasserin, erwähnt in ihren Romanen ein Brettspiel, das von der Gefolgschaft des Königs in Warte- und Freizeiten gespielt wurde. Das könnte das Wikingerspiel gewesen sein.

Das Wikingerspiel

Das Spiel wird zu zweit gespielt, ist leicht zu erlernen und erfordert wenig Übung um mit Freude daran teilzunehmen. Auch werden mehr erfahrene Spieler ständig neue Herausforderungen finden, da die Spiellage durch überraschende Züge des Gegners sich total verändern kann, was wiederum von den Teilnehmern Umsicht und Scharfsinn erfordert. Es ist nicht ohne Grund, dass das Spiel derart populär war.

Die meisten Bretter, die man gefunden hat, waren aus Holz, Knochen oder Glas gefertigt. (Das “Brett” in unserer Ausgabe ist aus Leinen gewoben; der meist verbreitete Stoff in der Wikingerzeit. Die Symbole auf dem “Brett” sind auf den britischen Inseln zeittypisch.) Man hat ebenfalls Figuren in sehr unterschiedlicher Ausführung aus Holz, Knochen oder Glas gefunden. Viele Figuren, die man gefunden hat, habe eine ausgeprägt grobe Ausführung, was darauf hindeuten lässt, daß es auch unter gewöhnlichen Leuten verbreitet war. (Unsere Figuren, scheinbar aus Holz oder Knochen geschnitzt, sind aus Kunststoff hergestellt. In der Form nach ähneln sie den Schachfiguren, die auf den Hebriden gefunden wurden und von einer Zeit stammen, da die Wikinger dort ansässig waren.)

Die Spielregeln

Das Ziel des Spieles ist es, den König zu fangen. Die Soldaten des Königs verteidigen sich gegen die Angreifer, die in der Mehrzahl sind, und der König muss fliehen. Die Angreifer haben gewonnen, wenn der König nur mit Angreifern um sich herum allein steht. Der König und seine Gefolgschaft haben gewonnen, wenn es dem König gelingt, in eine seiner vier Burgen zu fliehen. Die vier Burgen sind die vier Ecken auf dem Brett.

Aufstellung der Figuren

Die 13 weißen Figuren (der König und seine 12 Soldaten) werden in die markierten Felder in die Mitte des Brettes gestellt. Die 24 schwarzen Figuren (die Angreifer) werden in die markierten Felder an den vier Rändern des Brettes gestellt.

Bewegung der Figuren (Spielzüge)

Der Angreifer eröffnet immer das Spiel. Danach führen die Teilnehmer abwechselnd einen und nur einen Zug durch. Alle Angreifer und alle Verteidiger (auch der König) werden in der selben Weise bewegt. Eine Figur kann geradeaus und zur Seite so weit bewegt werden, bis sie auf eine andere Figur stößt. Eine Figur kann nicht diagonal bewegt werden und sie kann nicht andere Figuren überspringen. Die Bewegung einer Figur entspricht daher genau der Bewegung des Turmes in Schach. Nur der König darf das Feld in der Mitte des Brettes belegen, allerdings dürfen die anderen Figuren über dieses Feld springen, wenn der König dieses Feld verlassen hat. Ebenfalls darf nur der König die vier Felder in den Ecken des Brettes belegen; die vier Burgen in die der König fliehen kann, um in Sicherheit zu kommen und damit das Spiel zu gewinnen.

Entfernung (Schlagen) der Figuren auf dem Brett

Ein Soldat (Angreifer oder Verteidiger) fällt, wenn er auf der einen Seite einen Gegner hat und ein anderer Gegner auf die Gegenseite gelangt (Das für die Seiten gerade aus und gerade zur Seite, aber nicht diagonal). Die gefallene Figur wird dann vom Brett entfernt. Der Soldat fällt aber nicht, wenn er sich selbst in die Mitte zwischen zwei Gegner bewegt. Wenn ein Soldat neben einer Burg steht (mit dem Rücken zur Burgwand), wird er geschlagen, wenn ein Gegner sich neben ihn zur Seite oder davor stellt (nicht diagonal). Der König kann genau wie seine Soldaten mitkämpfen, um die Gegner zu schlagen, er kann aber selbst nicht geschlagen werden. Der König wird lediglich gefangen, wenn er von vier Gegnern umzingelt ist, womit das Spiel für die Verteidiger verloren ist.

Der Gewinner des Spiels

Der König und seine Gefolgschaft gewinnen, wenn es dem König gelingt, in eine seiner vier Burgen zu fliehen. Die Burgen sind die vier Eckfelder auf dem Spielbrett. Der König und seine Gefolgschaft verlieren, wenn er von vier Gegnern umzingelt ist und sich nicht mehr bewegen kann.

Viel Spaß!

Das Wikingerspiel ist im Prinzip einfach. Es können aber im Spielverlauf spannende und unerwartete Situationen entstehen, deren Bewältigung etwas Erfahrung und Scharfsinn erfordert. Jede Seite kann sich für eine offensive oder defensive Spielart entscheiden, plötzliche unerwartete Züge durchführen oder die Taktik ändern. Da es sehr verschiedenartig ist, Angreifer und Verteidiger zu spielen, wird empfohlen, dass die Spieler über einige Spiele abwechselnd Verteidiger und Angreifer spielen und nach einigen Runden abrechnen, wer die meisten Siege erlangt hat. Greife aber nicht zum Schwert, wenn Du verlierst.

Das Wikingerspiel wird vertrieben durch:

“Memory”
Helgesens gate 17
N-0553 Oslo
Norwegen
http://www.memory.no/hnef1E.htm

Dieser Text wurde mit freundlicher Genehmigung von Monika H. von einem download des Oerhus-Servers kopiert, der auf der Turney-Seite zu finden ist: Hnefertafln. Dort sind dann auch Skizzen vom Spielbrett zu sehen. Danke an Moha! Henny

Ergänzungen zu den Regeln: Aus dem Buch “Königsbrett - Hnefatafl” von Hans Fock (Hnefabauer) habe ich eine Besonderhei gefunden, die ich bisher auch noch nicht gehört oder gespielt habe. Hnefatafl kann man auch mit WÜRFELN? spielen und man darf sogar bis zu vier Züge vorlegen.

Würfel: (selbstgemachter, zwei Farben Würfel) Soll Mit Würfel gespielt werden, wird ausgewürfelt, welcher Spieler beginnt. Würfelt dieser Spieler dann seine eigene Farbe, darf er einen Zug machen und anschließend erneut würfeln usw. Würfelt er die Farbe des Gegners, so gilt für Diesen dasselbe Verfahren. Auf diese Weise ist ein Spieler am Zug, als er seine eigene Farne würfelt. Jedoch darf der König nur jeweils einen Zug machen, bevor Hell wieder am Zug ist.

Das Spiel mit den Würfeln, kann man auch ganz einfach mit einem 6er Würfel spielen. Der Spieler würfelt eine beliebige Zahl und zieht eine seiner Figuren dann, aber wenn er keinen Platz hat zu ziehen, egal mit welcher Figur, dann ist sein Gegner an der Reihe…

Ich habe es noch nie mit Würfeln gespielt, auch wenn ich schon drei Jahre lang H`Nefatafl spiele. Also, könnt Ihr ja gerne Eure Erfahrungen mit dem Spiel eines Würfels zu den Kommentaren schreiben, ich bin mal gespannt, was Ihr für Erfahrungen sammelt!!

Lara/Tari


Hier noch einige Links zum Spiel:


Im Bardensang und Schwerterklang gibt es im Artikel “Hnefatafl-Das Brett fuer den Kopf” leicht abweichende Regeln zu einen 9x9 Brett. Sie stammen aus einer Publikation des Oldenburger Wall Museums.

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