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BerichtYorkfeuer2009

Inhalt:

Teil 1 IT Bericht von Doc
Teil 2 OT Bericht von Doc

IT Bericht Yorkfeuer 2009

Betreff : Yorkfeuer 15/16 n.Y.
Ablage : Archiv Burg Ludwigstein
Verfasser : Docatius Viator

Zu Papier gegeben in den ersten Tagen des Jahres 16 n.Y.

Wieder einmal verfasse ich einen Bericht für das Archiv, wo er vermutlich bis in alle Ewigkeit verstaubt. Naja, vielleicht lande ich so ja mal als Eselsohr im Buch der Geschichte. Wer sich meine Berichte ansehen mag, der ist jedenfalls herzlich eingeladen, mal im Archiv danach suchen, wenn er an Burg Ludwigstein vorbei kommt. Ich selber blättere auch ab und an darin, es sind doch recht nette Erinnerungsstücke für mich.

Tag 1

Doch nun zum eigentlichen Geschehen. Die Anreise verlief recht ereignislos und es gab dabei nicht gar so viel zu sehen, obgleich ich doch das erste mal in Gerland verweilte. Gerland ist nicht so viel anderes als der Rest von Larhgo, den ich bislang gesehen habe, es scheinen hier nur nicht ganz so viele Einwohner herumzulaufen wie anderswo. Die über siebzig angereisten Gäste dürften vermutlich eine größere Gerländische Ortschaft ausstechen.

Der Graf von Gerland, er heißt wohl Gerd, soweit ich mich entsinne, hat seiner Majestät ein Jagdhaus geschenkt - ein recht eindrucksvolles Präsent, wie ich meine. Und hier versammelten wir uns also dieses Jahr, um den Jahreswechsel zu begehen. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut hatten und zum Abendmal in die Taverne einfielen, bekamen wir gleich zu spüren, daß hier in diesem Jahr ein Irr´shin-Tempel geweiht werden sollte. Getränke bekam man nur, wenn man sich registrierte, Formulare ausfüllte und registrierte Bürgen beibrachte… und so weiter. Unser Graf Langoras kürzte dieses Verfahren für uns Ludwigsteiner kurz und knapp ab - seine Art der Problemlösung ist ja meist eine ziemlich direkte und häufig endgültige. Die Küche schien allerdings überfordert, denn die Wartezeiten, um an etwas Essbares zu kommen, waren selbst für den sprichwörtlichen larhgotischen Geduldsfaden ausgesprochen lang. Die Schlange am Tresen war ziemlich eindrucksvoll und für larhgotische Verhältnisse zurückhaltend mit Flüchen. Während der Speise lief dann noch die neue Haushofmeisterin umher und glich das Register mit den Anwesenden ab. Irr´shin läßt grüßen.

Nach dem Abendmale versammelten sich die Gäste vor der Taverne, um von Seiner Majestät offiziell und feierlich begrüßt zu werden - und zwar jeder je nach Stand einzeln oder als Grüppchen. Der Haushofmeister Friedbert (von uns übrigens lagerintern eigentlich durchgehend immer nur “die Hofschranze” genannt) eilte im Vorfeld beflissen von hier nach dort und versuchte, alle Gäste zusammenzutreiben. Daß Graf Langoras unauffindbar im Wald herumwanderte, brachte sein ganzes Arrangement durcheinander und so schien er reichlich gehetzt, hüpfte hierhin und dorthin, änderte die Reihenfolgen und fragte immer wieder nach. Als unser Herr Graf schließlich gelassen wieder auftauchte, zerrte ihn die Hofschranze geradezu vor den König (mit uns Ludwigsteinern im Schlepptau), und Graf Langoras schlenderte mit einem Trinkhorn in der Hand zu seiner Majestät, was den Hofschranzen erneut Haare raufen machte.

Ermattet von der Reise zogen wir uns danach in unser Ludwigsteiner Lager zurück und es meldeten sich bei mir noch zwei neue Anwärter für die Garde. Aha, so sagte ich mir, der Graf ist kaum angekommen, schon rekrutiert er die Grafschaft leer.

Hier ein OT-Einschub, denn ich wurde kurz als NSC eingespannt. Wir sechs Mann (naja, drei oder vier davon Frauen) bekamen schwarze Masken und Kutten sowie jeder eine Handvoll Feuerbälle (Bild) und wurden in den Wald geschickt, wo einem Magier irgendetwas Schreckliches zustoßen würde und wir sogleich über seine Begleiter herfallen würden. Soviel zur Theorie. So etwa eine Stunde haben wir wohl unbeweglich im Gesträuch gelauert (im silbernen Mondenschein und angenehm warm in den Polyesterkutten), aber es kam keiner. Ich war übrigens beeindruckt, wie lange meine mitNSC lautlos im trockenen Wald hocken konnten, wo doch jede kleinste Bewegung knisterte, knackte oder raschelte. Endlich tauchte der Magier auf, aber die Larhgoten hatten wohl keine Lust auf Plot, jedenfalls kehrten die schon vorher wieder um, so sehr der NSC-Magier sie auch lockte. So ließ er sich denn quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit von uns Meucheln und wir waren frei zu marodieren, wenn auch etwas unschlüssig. So hieß man uns denn, über das Lager herzufallen, wo man uns schon mit einem Schildwall erwartete. Statt im hellen Mondenschein fand das Scharmützel nun im düsteren Hohlwege statt, was zur Folge hatte, daß die Angegriffenen die Feuerbälle nicht sehen konnten. Die Rüstungsträger und jene mit Schilden bemerkten sie meist auch gar nicht, und zu allem Überfluss sammelten sie auch noch unsere Feuerbälle ein, so daß wir sie nicht wiederverwenden konnten. Naja, Spaß hat es trotzdem gemacht. Ich glaube, es hat auch so genug Aufstand im Lager gegeben.

Dann trieb mich ein Übel zum Abtritt, wo ich ein Weilchen alles von mir gab, was ich hatte. Kaum zurück berichtete man mit von schwarzen Schatten, die über uns hergefallen seien und die Ritter Goras und andere verletzt hätten. Es wurde reichlich gerätselt, was das für Kreaturen gewesen seien und was sie wollten. Aber Larhgoten sind schwer zu erschüttern. Graf Langoras forderte Musik und so dudelte ich noch ein wenig auf meinem Hümmelchen herum. Endlich begaben wir uns schließlich zur Ruhe. Die einen früher und nüchterner, die anderen später und weniger nüchtern. Mein Bett brach zusammen und so mußte ich aus meinem Geraffel noch eine Behelfsstütze konstruieren.

Tag 2

Ich kroch nach gut durchschlafener Nacht vorsichtig aus meinem wackeligen Bette und da es mich noch nicht nach einem Male verlangte, baute ich in der morgendlichen Sonne mein Reisebüro auf und erledigte Papierkram, während die ersten Ludwigsteiner Frühaufsteher frühstückten. Überhaupt waren uns die Wettergötter gesonnen, denn die Sonne lachte gar trefflich vom Himmel, heute wie auch die nächsten Tage.

Schon bald erschien dann auch, wie noch häufiger in den nächsten Tagen, der Hofschranze und teilt mir mit, daß Seine Majestät eine Abordnung aus Ludwigstein zum abendlichen Male an seine Tafel lade, und daß er (der Hofschranze) um eine Liste der Teilnehmer bäte. Es sei angemessene Kleidung anzulegen, das Essen werde vorher geprobt (!), und wir mögen doch bitte vier Diener beistellen und für Musik. Der Hofschranze machte sich also recht schnell bei uns “beliebt”.

Unser Graf ist ja so gar kein Freund von höfischem Getue, dennoch saßen wir eine ganze Weile herum und berieten über die Besetzung. Acht Gäste und vier Diener, das sind mal eben zwölf Ludwigsteiner, und die Wahl zwischen Gast und Diener ist nicht eben leicht bei einer Gruppe wie der unsrigen. Schließlich gingen wir im Prinzip einfach nach Dienstalter. Gäste wurden so Graf Langoras, Ritter Goras, Hofmagier Nogaras, Gardistin Cho, meine Wenigkeit, die Heilerin Ezela, Werftmeister Johann und die Weberin Taris. Zum ungeliebten Diener spielen wurden Leonora, Lindavia, und des Grafen nordortischer Knappe Erathan verdonnert, während Corwyn als vierter “Diener” eigentlich den Spielmann geben würde. Der Hofschranze nervte uns auch mehrfach mit Nachfragen, wo denn die Liste bliebe, er müsse ja noch die Sitzordnung austüfteln.

Der Jagdausflug (nur für Adel und ausgewählte Personen) sollte am Nachmittag stattfinden, und so ergingen wir uns bei dem herrlichen Wetter im Musizieren, Faulenzen, Futtern, in der Sonne liegen, und allem, wozu man in den letzten Tagen der Reise nicht gekommen war. Perfektes Lotterleben. Es war einfach herrlich. Zu den Klängen der Laute meinen Papierkram zu erledigen war regelrecht entspannend. Insgesamt hatte unser Graf inzwischen fünf neue Ludwigsteiner rekrutiert, und dabei war der Tag noch nicht mal halb rum.

Zwischendurch erschien natürlich auch wieder der Hofschranze und ging mit mir die Modalitäten der Jagd durch - drei Grüppchen, nämlich die eigentlichen Jäger (je einer pro Grafschaft) und dem adeligen Gefolge (je zwei pro Grafschaft) und dem Pöbel. Erstere würden mit dem König jagen, zweitere in angemessenem Abstand folgen und höflich applaudieren, und letztere bis zum Wald folgen und sich dann aus dem Wald heraushalten, damit man Seiner Majestät nicht das Wild verjage.

Unser Graf bestimmte seinen Leibwächter Wolfgard zum Jäger und mußte wohl oder übel mitjagen, um Seine Majestät nicht zu brüskieren. Dazu nahm er seinen treffsicheren elfischen Knappen Erathan mit. Der Rest von uns ließ es sich weiter gut gehen. Eine Kunst, in der wir recht bewandert sind. Zwischendurch war viel Zeit zum Plaudern und ich hörte irgendwas über gefundene magische Artefakte, in die man Stäbchen stecken konnte. Ein Thema, von dem ich mich tunlichst fern hielt. Mit Magie hat man nix als Scherereien, fast wie mit Zwergen.

Ich klagte Johann mein Leid wegen meines Bettes und er machte sich flugs daran, das zu richten. Wenn irgendwas nicht geht, zerbrochen oder aus dem Leim ist, bekommt es Johann wieder hin.

Nach einer sonnigen, faulen, schnarchenden, schmausenden Weile kehrte die Jagdgesellschaft zurück und brachte triumphierend allerlei Wild in die Küche. Unser Wolfgard hatte sich im wahrsten Sinne des Wortes “trefflich” geschlagen.

Unser Graf belegte dann mein kleines Reisebüro (naja, meine faltbare Schreibstube) mit Beschlag und breitete allerlei Unterlagen und Dokumente aus. Er hat immer sein eigenes Reisearchiv dabei und so sah es fast so aus wie in meiner Schreibstube zu Hause in der Burg. Als er gefunden hatte, was er suchte, wurden die beiden neuen Anwärter Piet (alias Bruder von Jasper) und Jasper (alias Bruder von Piet) feierlich als Gardisten vereidigt.(Bild)

Als wir uns schon wieder dem Müßiggang hingaben, rief plötzlich jemand, es seien Orks gesichtet worden. Tatsächlich marschierten so etwa sechs grüne Gestalten schnurstracks durch unser Lager, während wir hektisch nach Schwertern und Schilden griffen - doch sie ignorierten uns einfach und johlten etwas von Irr´shin huldigen, woraufhin wir ziemlich ratlos hinterher liefen. Die Orks, die irgendwie anders aussahen als alle, die ich bisher gesehen hatte, staksten direkt ins Irr´shin Heiligtum hinab und grölten darin lauthals und irr´shinnig herum. Ein ziemlicher Haufen bewaffneter Larhgoten stand derweil verblüfft am Eingang und wußte nicht so recht, was zu tun war. Ritter Olaf und noch ein oder zwei andere griffen dann doch an, und so gab es in den engen Räumlichkeiten eine ziemliche Hauerei, von der man außen nur den Radau mitbekam. Der Rest der Bewaffneten wirkte weiterhin ziemlich überrumpelt und ratlos. Schnell war alles vorbei, denn die Orks waren scheinbar durch einen Spiegel verschwunden, der wohl eine Art Tor darstellte. Nix für mich, das klang nach Magie. Der verletzte Quintaner Anastasius wurde herausgeschleppt und Heiler eilten sogleich herbei. Irr´shin huldigende Orks. In der Tat machte Irr´shin seine Gegenwart dieser Tage reichlich deutlich.

Dann bat der Hofschranze zur Essprobe. Es war alles fein säuberlich geregelt, sogar in welcher Reihenfolge wir an die Tafel gebeten werden würden. Man durfte die Ellenbogen nicht aufstützen, nicht fluchen, laut reden, herumfuchteln, keine Knochen werfen, mußte sich die Finger in Zitronenwasser waschen - kurz gesagt war es schon eine ziemliche Umstellung. Mir sind ja feine Umgangsformen von den fernen Ländern, in denen ich groß geworden bin, bekannt, weil sie dort auch bei einfach Leuten üblich sind (was ich aber im Vergleich zur hiesigen fröhlichen Lebensart nicht unbedingt als Vorteil bezeichnen würde), aber das hier ging mir denn doch zu weit. Und über allem kreiste der Hofschranze und vermochte es, ständig den verzweifelten Satz “Ihr ungebildeten Barbaren” in die Luft zu schreiben, ohne ihn auszusprechen. Zwischendurch hauten sich dann draußen auch wieder die Orks, die wohl aus dem Spiegel zurückgekehrt waren, mit vergnügungssüchtigen Larhgoten, aber wir schenkten dem Kampfeslärm und den Grünhäuten, die blutverschmiert an den Fensterscheiben herabrutschten, keine besondere Aufmerksamkeit, denn der Hofschranze hatte gesagt, wir sollten alle unwichtigen Vorkommnisse beim Essen ignorieren.

Zurück im Lager machten wir uns auch langsam daran, uns für´s Essen fein zu machen (Bild). Der unvermeidliche Hofschranze kam und bat uns zu Tisch. Außer uns Ludwigsteinern und Seiner Majestät war noch eine mir unbekannte Comtessa (was immer das sein mag) und der Gewinner der Jagd, ein Hornwaller, bei Tisch. Um es kurz zu machen - der erste Gang war steinhart und angebrannt, der zweite lecker, enthielt aber kein Fleisch, die ganze Prozedur unendlich langweilig und die Ludwigsteiner benahmen sich so daneben, daß der Hofschranze die Füße über dem Kopf zusammenschlug. Der Hornwaller stellte uns aber noch in den Schatten. Er hatte sich besoffen, rülpste, ließ sich das Essen zuwerfen, und schien dabei von unbekümmerter Fröhlichkeit. Zeitweise bewunderte ich Seine Majestät, zu dessen Linker der Hornwaller saß, um seine Fassung, wenngleich mir diese mehrfach zu wanken schien. (Bild)

Endlich durften sich dann auch die Diener (nein, Diener waren sie nicht, sondern Ludwigsteiner, die Diener spielten) zu uns an die Tafel setzen und es wurde etwas lockerer. Der Graf hieß mich, das Ludwigsteiner Flottenlied vorzutragen, und so ließ ich mein zartes Stimmchen erklingen. Um Seine Majestät zu erfreuen hatten sich die Ludwigsteiner angeboten, Feuergaukeleien darzubieten, und so eilte ich ins Lager um mich umzuziehen und mein Feuergelumpe herbeizuschleppen. Leonora und Corwyn (der ja zudem bei Tisch ganz vortrefflich die Laute schlug) waren ebenfalls schon bei den Vorbereitungen. So brüllte ich denn die Gäste herbei und wir zündeten verschiedene Dinge an, um sie in der mittlerweile hereingebrochenen Dunkelheit ein wenig herumzuwirbeln, was den Gästen gefallen zu haben schien, drängten uns doch einige anschließend sogar Münzen auf. Der Rest des Abends bestand dann auch aus typisch larhgotischem Gelage.

Tag 3

Früh morgens nahm ich einige Regentropfen wahr, die auf das Dach meines Faltpalastes klopften, aber das waren auch die einzigen, die ich während des Yorkfeuers gehört oder gesehen habe. Die Wettergötter meintes es wirklich gut mit uns. Da ich kein großer Frühstücker bin, eröffnete ich in der Morgensonne wieder meine Schreibstube, um meine Aufzeichnungen zu vervollständigen und Papierkram zu erledigen. Da der Graf (den man nach “Der Rattenfänger von Ulmenhain” nun auch noch den “Seelenfänger von Gerland” nennt) gnädigst den Bitten der Leute nachkommt, doch Ludwigsteiner werden zu dürfen, verlängern sich ständig meine Sold- und Steuerlisten. Immerhin ist ja jedes Jahr zum Yorkfeuer die Kopfsteuer der Ludwigsteiner fällig, und der freundliche Leser darf raten, wer diese einzutreiben hat. Allerdings muß ich zugeben, daß selbst der Verwaltungskram bei so einem Wetter eine reine Freude ist.

Da irgendwie im Trubel des vorherigen Tages völlig untergegangen war, daß ich mein Wiegenfest feierte (nunja, in meinem Alter feiere ich das nicht mehr, sondern verdränge es eher), stellte ich den Tag über Stück für Stück meine zu diesem Zwecke mitgebrachten Metvorräte auf den Tisch, wo sie schnell von herbeieilenden Ludwigsteinern ihrer Bestimmung zugeführt wurden.

Graf Langoras hatte noch eine Ernennung vorzunehmen und so saß er ein ganzes Weilchen herum und grub in seinen Papieren (Bild), um ein angemessenes Dokument zu verfassen, das er dann von seiner frisch rekrutierten Schreiberin Lindavia ausfertigen ließ (Bild). Derweil hörte ich, daß einige Leute vor der Taverne einen Drachen an einer Leine hätten, aber das stellte sich doch nur als ein Scherz heraus. Die schleppten dort nur etwas Stoff und ein paar Zweige an einer Schnur hinter sich her, die weder flogen noch Feuer spien (Bild). Daher schaute ich lieber zu, wie sich Gardistin Cho erst mit Ritter Goras und dann mit Graf Langoras im Fechten maß (Bild). (Notiz an mich selber : mich künftig vor Cho´s Schwertern in acht nehmen.) Auch die Frosthierer übten sich im Kampf mit Schwert und Schild. Und dann gab es noch einen Zank zwischen unserem Hofmagier Nogaras und einem Hornwaller, einer so stur wie der andere, um irgendwelche magischen Stäbchen. Aber auch das wurde bald langweilig, und so zog ich mich hinter mein Zelt zurück, um dort im Schatten ein wenig zu schlummern, war es doch sehr warm.

Als ich erwachte eröffnete Seine Majestät gerade mit einem irr´shinnig kleinen Schneidwerkzeug das neue Irr´shin-Heiligtum (Bild). Kurz darauf stand auch schon wieder der Hofschranze vor mir (ich hatte ihn schon beinahe vermisst, hatte ich ihn doch bestimmt eine Stunde nicht mehr gesehen), und hieß mich, meinen Sack zu schnappen und bei der Tanzprobe aufzuspielen. Dort frischten dann Seine Majestät, die Comtessa, Admiral Odo und Konteradmiral Knesebeck, die Haushofmeisterin, Ritter Olaf, Solveig Ohnesorg, Meister Hellenius und noch ein oder zwei andere unter Anleitung des Hofschranzen Friedbert ihre Tanzkenntnisse auf (Bild). Ich war etwas zwiegespalten, denn einerseits spiele ich meine Instrumente mit großer Freude, andererseits hatte mir aber Graf Langoras, dessen Knappe ich ja ganz nebenbei bemerkt bin, als weitere Prüfung auf dem Wege zur Ritterschaft das Tanzen auferlegt, und ich hatte dafür gesorgt, daß ich so firm in vielerlei Tänzen war, daß ich selber als Tanzlehrer hätte auftreten können, doch konnte ich ja schlecht gleichzeitig spielen und tanzen. Ich war nicht gram, daß ich nicht zum Tanzen käme, denn ich spiele wirklich gern auf, doch war ich in Sorge, daß ich dadurch meine Prüfung vergeigt (oder verdudelt) hätte. Doch eine der Tugenden, die ein Knappe zu lernen hat, ist die Geduld, und da hilft mir mein Alter - das Ungestüm der Jugend habe ich längst abgelegt. Was dieses Jahr nicht wird, wird eben nächstes Jahr.

Dann war es endlich Zeit für einen Höhepunkt des Yorkfeuers : die Ludwigsteiner Soldauszahlung. Ich hatte ja bereits die Soldliste verfasst und den Quintanern übergeben, nun rückten sie mit Beuteln voller Silber an (Bild) und stellten Zahlbelege und Quittungen aus, legten neue Konten an und warben Kunden. Im Anschluss daran machte ich mich wiederum gleich auf die Jagd nach Köpfen, um die Kopfsteuern einzutreiben, was erstaunlich leicht gelang, denn das Murren hielt sich in Grenzen. Der einzig Murrende war eigentlich ich, hatte doch der Graf den einen oder anderen von den Steuern befreit und ich konnte diese nicht schröpfen.

Graf Langoras unterhielt sich dann noch eine ganze Weile mit dem neuen Hofarchivar Meister Hellenius (seinen Lehrling Alrik im Schlepptau) über die Ideen, Schulen einzurichten, aber über endgültige Entschlüsse bin ich diesbezüglich noch nicht unterrichtet. Insgesamt wurde so einiges an Ludwigsteiner Interna geklärt, denn zur Soldauszahlung waren sie alle prompt auf einem Haufen und nutzten das, um den Grafen mit Fragen zu löchern. Wie ich übrigens noch erfuhr, hatte Graf Langoras noch dafür gesorgt, daß jene, die beim abendlichen Essen an der Tafel des Königs bedienten, großzügig dafür entlohnt wurden.

Dann kam auch schon der große Tag von Cho, sie wurde von der einfachen Gardisten zum Waffenbruder (ja, das heißt nunmal so) befördert und erhielt dazu auch noch den Segen der Quintaner. Übrigens eine vorzeitige Beförderung wegen herausragender Dienste. (Bild)

Als nächstes sprach mich - wer hätte das gedacht - der Hofschranze an. Es sei Zeit, mein Instrument zu holen, denn es werde nun zum Tanze aufgespielt. Im Gegensatz zu den Tanzübungen griff ich aber diesmal nicht mein Hümmelchen, sondern es war Zeit für den großen Marktsack. Ich hoffte nur, ich würde nicht allzu schräg spielen, blase ich dieses Gerät doch erst seit etwas über einem halben Jahr. Doch waren die Gäste freundlichst bemüht, meine Verspieler und Quietscher nicht zu bemerken, und so wurden unter großem Gaudium der Reihe nach die Chapelloise, der Tourdion, der Traubentritt und schließlich die immer schneller werdende Schiarazula getanzt, bis alle Tänzer ermattet am Boden lagen. (Bild)

Danach wurde alsgleich zum Bardenwettstreit gebeten, bei dem viel mehr Teilnehmer ihre Künste darboten als ich erwartet hatte (Bild). Da mir mein Graf freundlich mitgeteilt hatte, daß ich gefälligst teilzunehmen hätte, war natürlich auch ich dabei, aber ich fürchte, meine Darbietung war im günstigsten Falle als durchschnittlich zu bezeichnen. Das Volk hatte jedoch seinen Spaß bei den verschiedenen Vorträgen. Der Sieger würde dann beim brennenden Yorkfeuer bekanntgegeben werden.

Auch hier ging es ohne langes Warten gleich weiter - die traditionelle Prozession hinter seiner Majestät zum Ort des Yorkfeuers. Dort angekommen wurde das Schiff entfacht, das wieder unter der Leitung Werftmeister Johanns gebaut worden war, und alle fielen sich in die Arme und wünschten sich ein gutes neues Jahr. (Bild)

Neben anderen Dingen verkündete Seine Majestät, daß der kaum noch auffindbare Graf von Frosthier abgesetzt sei und daß fortan Mina Caspai als Truchsess Frosthier regieren würde. Diese wiederum schlug als erste Amtshandlung den Feldwebel Edin zum Ritter Frosthiers. Glückwunsch dem kühnen Recken ! Als Gewinner des Bardenwettstreites wurde der Jagdaufseher des Königs gekürt.

Der weitere Abend wurde auf klassische larhgotische Art verbracht, nämlich in großer Runde ums Feuer sitzen, singen, trinken und musizieren.

Tag 4

Wieder gut geschlummert. Ich war schon erstaunlich früh wach und wieder habe ich mich in die Sonne in mein Klappbüro gesetzt, um letzten Papierkram zu erledigen. Ich fand kleine glitzernde Eier aus leckerer Schokolade auf meinen Lampengalgen und auf meinem Schreibtisch. Irr´shin-Eier müssen das wohl sein. Ich habe in den letzten Tagen Leute gesehen, die tanzten und sangen, Frauenkleider trugen, sich insgesamt sehr irr´shinnig aufführten, da passend kleine herumliegende Schokoladeneier gut ins Bild. Als ich bei der Tanzprobe Bimmeln an den Füßen hatte, hielt mich Wendula gleich für einen Laienprediger.

Der Graf hatte mit den Hornwallern noch wichtige Dinge besprochen. Wenn ich es richtig verstanden hatte, werden sich zwei Schiffsbauer namens Egir und Sven in Ludwigstein einfinden und am Ufer unseres Flusses zwei flusstaugliche Kriegsschiffe bauen.

Und schon wurde zum Alinaopfer gebeten. Die Quintaner Elias und Anastasius hatten einen Altar aufgebaut und hielten eine sehr schöne Ansprache. Dann trat erst der König vor und sprach ein Gebet und legte Gaben nieder (Bild), dann folgten die anderen Gruppen, wobei es wie jedes Jahr ein kleines freundliches Durcheinander wegen der Reihenfolge gab. Schließlich trat noch Mina Caspai vor und erklärte, daß sie als Truchsess nicht länger auch noch die Heilergilde führen könne, und so wurde Lia Krähenflug zur neuen Leiterin der Gilde ernannt.

Und das war es dann auch erst mal. Alles jubelte noch einmal und sodann setzte ein allgemeines Abbauen und schleppen ein, bis alle Gäste ihre Dinge gepackt und Bündel geschnürt hatten und sich unter vielen Versprechungen, beim nächsten Jahr wieder dabei zu sein, auf ihren Heimweg machten. Ich war froh, daß mein Zelt, an dem ich mir monatelang die eigenen Finger wundgenäht hatte, alle Erwartungen erfüllt hat, auch wenn es bei diesem Wetter nicht wirklich belastet worden ist. Doch war die erste Probe hiermit gelungen. Mal sehen, ob es bis zum nächsten Yorkfeuer hält.

Und zu allem Überfluss hat der wackere Erathan unseren Grafen Langoras überredet, meine Tanzkenntnisse als ausreichend für eine bestandene Tanzprüfung zu erachten. Hab Dank, Erathan !

Gezeichnet Docatius Viator, Verwalter daselbst zu Ludwigstein, Knappe des Grafen Langoras, Münzmeister Ludwigsteins, Gaukler, Marktschreier, Spielmann, Mädchen für alles


Der OT Bericht

Ich bin als Meckerpott bekannt, der immer ein Haar in der Suppe findet, aber hier muß ich sagen - ich habe mich durchgehend sauwohl gefühlt. Ich hätte problemlos noch ein paar Tage dranhängen können. Es hat einfach alles gepasst. Bombastisches Wetter, ich hatte mir den meiner Meinung nach besten Zeltplatz geschnappt, der Plots plätscherten um mich herum - nie aufdringlich, aber auch nie zu weit weg, um einen zu greifen, wenn man will - und durch meine Tätigkeiten hatte ich immer etwas zu tun, ob es nun Papierkram war, Gaukelei, oder Spielmann. Und wenn ich gerade einfach in der Sonne liegen wollte (was oft der Fall ist), konnte ich auch das prima tun. Ich war also rundherum zufrieden. Dank und Lob an die Orga !

Herausragend fand ich den überaus nervigen und pingeligen Hofschranzen, äh, Haushofmeister, der war einfach genial und eine echte Bereicherung ! Ebenso unsere beiden neuen Gardisten Piet und Jasper, die mit ihrer bäuerlich-schlitzohrigen Art und ihrem brüderlichen Gekabbel einfach hinreißend waren. Ausgesprochen angenehm auch das Geklimper unseres Lautisten Corwyn, der sich selber dabei viel zu sehr unterschätzt.

Und den Rest muss ich als Haufen kollektiv loben - es hat wieder viel Spaß gemacht, mit Euch zu spielen !

Einzige kleine Kritikpunkte (die aber angesichts der Gesamtleistung nicht weiter ins Gewicht fallen) war, daß man beim ersten Abendessen schon arg lang in der Schlange stehen mußte, daß es einmal keine saubere Schüssel für mich gab, so daß ich mir erst eine im Klohaus auswaschen musste, und das letzte Abendessen war nicht ganz so nach meinem Geschmack. Aber wie gesagt - das nur, um meinen Ruf als Meckerpott zu wahren. ;)

Fetter Kritikpunkt, für den aber die Orga nichts kann : es ist erstaunlich, daß es in einer so verschworenen Gruppe netter Larhgoten offenbar einige gibt, denen man erklären muß, daß es an der Klobrille ein SCHARNIER gibt - man kann sie also HOCHKLAPPEN ! Und da ist so ein Knopf an der Wand, mit dem kann man das Hinterlassene dann auch FORTSPÜLEN? ! Und wenn man zu besoffen ist, um ein Pinkelbecken zu benutzen, bedeutet das nicht, daß man stattdessen die Klos über und über bepissen (tschuldigung) darf ! Und besonders schlimm finde ich, wenn das einige betrifft, die nicht mal besoffen sind, sondern scheinbar einfach gewohnt sind, daß andere hinter ihnen die Sauerei wegmachen ! Aber wie gesagt - das ist kein Orgaproblem, sondern eines der Erziehung.

Am unteren Ende dieser Seite findet man einige Links, darunter einen der “Kommentare zu BerichtYorkfeuer?2009” heißt - dort würde ich gerne Korrekturen, Ergänzungen und Meinungen von Euch lesen, denn ich habe laaaange nicht alles mitbekommen, was so geschehen ist.