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Wintertreyben2008

Bericht zum Wintertreyben 15 n.Y. (2008/2009)

Niedergelegt von Docatius Viator, Verwalter daselbst zu Ludwigstein

Nach einer ziemlich frostigen Anreise - die laut den Einheimischen gar nicht mal so frostig war, jedenfalls nicht für frosthierer Verhältnisse - trafen sich die Reisenden im Gasthof Seewurm (Bild) in Süsel, dem ehemaligen Lehen des Königs, als er noch Ritter war, und Heimat der Heilergilde sowie der berühmten Seeschlange. Das eine muss mit dem anderen nicht notwendigerweise etwas zu tun haben.

Neben seiner Majestät waren noch allerlei Edelleute und Volk aus den anderen Grafschaften angereist, wie Graf Derfel, Ritter Goras, Ritter Marius, Seneschällin Mara und Ritter Kai, welcher übrigens mangels anderer frosthierer Würdenträger als örtliche Authorität fungierte.

Dergestalt gewappnet freute man sich schon darauf, die endlich wieder länger werdenden Tage zu feiern und den Flammen des Feuer gebastelte Wünsche und Pergamente zu übergeben, auf daß der Rauche sie zu den Göttern trage.

Da es schön spät war, rüstete man sich für ein ausgiebiges Abendbrot und die Reisenden erzählten sich von den Geschehnissen der letzten Zeit. Immerhin sei ein Seeschlangenjäger in der Gegend, der Jagd auf den legendären Seewurm von Süsel mache. Und weitere Reisende berichteten von einem riesigen pelzigen Etwas, das sie in der Nacht gesehen hätten und das sie angegrollt habe. Aber Larhgoten sind Kummer gewohnt und lassen sich von dererlei Dingen nicht den Abend verderben. Nur die arme Solveig hatte zu leiden, hatte sie doch einen Schwur getan, nicht eher wieder Irrshin zu frönen, als bis das große Feuer brenne - und so war sie schon seit vier Tagen trocken.

Natürlich wurde auch der Bericht von dem großen weißen Ding ausgiebig diskutiert. Neben vielen anderen mehr oder weniger wahrscheinlichen Ideen wurde auch vermutet, daß es sich dabei um den Bart eines Zwerges handeln könne. Der Einwurf, daß der Bart von Ritter Goras aber schwarz sei, wischte Solveig mit der Behauptung beiseite, daß das vermutlich nur die Kruste aus Dreck sei. Ezela, die gerade Irrshintrunk im Mund hatte, hatte dann wohl plötzlich so heftig Irrshins Geist inhaliert, daß sie laut prusten musste.

Danach hielt der Hammerit Siegmund eine kurze Messe, in deren Verlauf er dem König seine Dienste anbot, welche seine Majestät huldvoll akzeptierte (Bild). Damit sollten Missverständnisse der Vergangenheit geklärt werden.

Zurück in der Wärme der Taverne wurde fleißig musiziert, wo bei ich hoffe, keinen der Reisenden über Gebühr mit meinen eher durchschnittlichen Fähigkeiten am Hümmelchen belastet zu haben. Andererseits - schlimmer als Solveigs Dauergeklingel kann es schwerlich gewesen sein.

Mittendrin sprach mich eine junge Dame an, ob ich denn ein Schriftgelehrter sei, weil ich doch Verwalter sei. Sie überreichte mir eine Schriftrolle, die ihr ein Reisender gegeben habe, doch konnte sie sie nicht lesen. Das Papier war doppelseitig eng mit Runen beschrieben, und sogleich versammelte sich eine kleine Schar von Schriftkundigen, die das Dokument erstaunlich schnell übersetzte (Bild). Lia Krähenflug sollte davon noch eine saubere Abschrift in ihren Unterlagen haben.

Grob zusammengefasst ging es darin um die Geschichte eines Frostbären, der sich in ein Menschenmädchen verliebte, Nachkommen mit ihr hatte, um den Bruder des Bären, der die Maid verführte und den deswegen der andere Frostbär tötete, um die verstoßenen Kinder, und um die Tränen des Frostbären. Eine sehr tragische Geschichte ohne glückliches Ende.

Wichtige Passagen aber gaben kund, daß die Frostbären für den Winter in Frosthier zuständig waren, und daß sie sich seither niemals mehr den Menschen zeigen würden. Ganz Mutige hatten inzwischen nachgesehen, und tatsächlich war das weiße pelzige Wesen draußen ein riesiger Bär, um den herum Schnee lang, wo doch sonst noch keiner war. Er war kaum bei Bewußtsein, irgendetwas stimmte mit ihm nicht. Die Vermutung lag also nahe, daß es sich tatsächlich um einen der mythischen Fröstbären handelte. Warum aber zeigte er sich dann den Menschen ? Ein echter Problembär.

Doch Von dererlei Nebensächlichkeiten lassen sich Larhgoten nicht vom Trinken abhalten, und so wurde den Rest der Nacht gesungen, getrunken, musiziert und allerlei Kurzweyl getrieben.


Am nächsten Tag wurde - nicht zu früh - gefrühstückt und die Ideen sprühten nur so. Da Solveig ja auch Moral-Admiral der Ludwigsteiner Garde ist, sei es doch nur recht und billig, daß sie auch Moral-Admiral der Ludwigsteiner Flotte würde (sollte es denn mal eine geben - zur Zeit besteht sie ja nur aus dem Dienst-Ruderboot von Werftmeister Johann, und selbst das ist geliehen). Solveig will dann einen blauen Dreizack mit rosa Spitzen als Zeichen ihrer Würden haben. Außerdem kosteten die Anwesenden die orangenen kleinen Früchte, die etwas kleiner als Äpfel sind, und deren Schale dick und deren Inhalt schon in praktische Stücke zerteilt ist. Runa benannte die seltsamen Früchte wegen ihres faserigen Innenlebens als nordische Fusselfrüchte.

Dann hielt Graf Derfel eine Ansprache und verkündete den vielen bereits bekannten Hammeriten-Erlass. Gleichzeitig betonte er dabei, daß dadurch keinerlei Verstimmung mit Hammerburg gewünscht seien und das alle Bündnis- und Handelsverträge weiterbestünden.

In einer Prozession, angeführt von Seiner Majestät, wurde dann der Frostbär in Augenschein genommen (Bild). Die Heiler und Geistlichen bemühten sich darum, herauszufinden, wo denn das Problem sei (Bild). Nach ausgiebigem Gebet erklärte Mara, daß es ein Ungleichgewicht gäbe. Während die einen daraufhin Rituale abhielten, gafften die anderen oder machten Spaziergänge durch die herrlich frostige Landschaft, sammelten Kräuter oder bestaunten die gefrorenen Pflanzen (Bild). Im Hintergrund hörte man das Werkeln des ludwigsteiner Schreiners aus Ulmenhain, der irgendwas anfertigte.

Später sah man Mara wieder, wie sie von zwei Leuten gestützt in die Taverne geschafft wurde, so sehr hatte sie sich verausgabt. Die Frostbären sind krank, so ihre Erleuchtung. (Bild)

Solveig kündigte für den Abend einen kleinen Irrshindienst in einem kleinen Hain an. Dann zogen ein paar Leute mit mir los, um eine der Tränen des Frostbären zu finden, was aber ergebnislos blieb (Bild). Immerhin war es ein schöner Spaziergang.

Erneut in die Taverne zurückgekehrt verkündete man uns, daß eine der Tränen gefunden worden sei. Anscheinend habe sie wohl der Seeschlangenjäger gefunden und angefasst - daraufhin war er zu Eis erstarrt und zersprungen. Schlecht für ihn. Jedenfalls wurde die Träne sicherheitshalber in einem Tuch verwahrt, auf daß sie keiner berühre (Bild). Dann tauchte auch noch eine kleine Truhe auf, die der Seeschlangenjäger den Heilerinnen zur Aufbewahrung anvertraut hatte - diese war voll übelriechendem Seeschlangengrumpf - einer ekligen Masse, die aber keine weiteren Erkenntnisse brachte.

Derweil hatte ich meinen Papierkram erledigt und konnte dem anwesenden Quintaner Anastasius den Überweisungsauftrag betreffs des Soldes der Ludwigsteiner übergeben. Sehr praktisch, diese Quintanerbank.

Danach wurde ich zu des Königs Tisch gerufen, wo mit den anwesenden Grafschaftsvertretern über… (einige Zeilen dick durchgestrichen und unleserlich gemacht) …geklärt wurde.

Nach dieser Konferenz, die doch einige Zeit gedauert hatte, eröffnete man uns, daß man das Frostbärenproblem gelöst habe. Offenbar hatte die Magd, die so stolz Früchte präsentiert hatte, die sonst so weit im Norden gar nicht wuchsen, dafür eine Art Frostschutzmittel verwendet und die Reste stets einfach in den See gekippt - im Laufe so viel davon, daß die Frostbären, die ja im Frost lebten, krank geworden waren. Man hatte nun einfach das Problem dadurch gelöst, daß man die eisige Träne in den See geworfen hatte - und siehe da, es wurde kalt, der Bär verschwand, die Welt war wieder in Ordnung. Nur die Magd wird fortan auf ihre besonderen Früchte verzichten müssen.

Es war nun auch schon wieder dunkel und Zeit für die Irrshin Messe. Beim Betreten des dafür auserkorenen Haines verhakten sich Zweige der Bäume in der Krone seiner sich bückenden Majestät - seine Majestät verkündete daraufhin gemessen “Die Bäume greifen nach der Krone”, woraufhin die Krone ihren Spitznamen weg hatte : die Baumkrone.

Schließlich machte sich in der Taverne dann alles bereit zum Tanz. Graf Derfel, in solchen Dingen bewandert, zeigte die neuestesten Tänze und alle hatten eine Menge Spaß, besonders bei den komplizierteren Tänzen, bei denen sich Edelleute und Gemeine unter großem Gelächter gegenseitig über den Haufen tanzten. (Bild)

Endlich versammelten sich die Anwesenden um das große Feuer und feierten mit Gesang und Mummenschanz das Ende der kürzer werdenden Nächte. Die eigens für diesen Moment in der Taverne gebastelten Masken wurden mit Gebeten und Wünschen an die Götter verbrannt und alle fielen sich in die Arme und wünschten sich Glück und Erfolg für das ganze Jahr.


Am nächsten späten Vormittag wurde dann wieder gefrühstückt - das taten zumindest jene, die schon wieder stehen konnten. Solveig, die ihr Gelübde ja erfüllt hatte und nachts wieder Irrshin hatte frönen dürfen, trug ihr Barett so seltsam, so daß sogleich gemutmaßt wurde, sie habe einen Eisbeutel darunter versteckt. Cho promenierte derweil draußen mit Seiner Majestät in trauter Zweisamkeit durch die Landschaft, so daß sogleich eifrig gescherzt wurde, ob da nicht zarte Bande geknüpft würden. (Bild) (Bild2)

Kurz vor der Abreise der ersten Teilnehmer wurde noch präsentiert, was der Schreiner aus Ludwigstein angefertigt hatte : ein neues Ortsschild für Süsel ! So wird auch hier im fernen Norden künftig ludwigsteiner Handwerkskunst zu finden sein. (Bild)