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Jahr 4

Jahr 4 nach York - 3. Jahr Derakalls

Larhgo VIII (24.-30.08.1997)

Roselair (Sept. 1997)

Larhgo IX (27.-30.12. 1997)

Yorkfeuer 1998 (Ostern 1998)


OT: Von Gaea an einen Reisenden erzählt, der es aufschrieb. Kann also irgendwo die Runde gemacht haben. Das Larp war das Roselair 1997 auf Burg Bilstein). Moha 2007-04-18

Die Geschehnisse auf Burg Rosenhain

(Berichtet von Ihrer Gnaden Gräfin Gaea von Örhus)

Wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, ist es für mich nicht gerade leicht, über das Geschehene zu berichten, doch wurde im Verlaufe der Gerichtsverhandlung gegen König Derakall, von den Göttern gesegnet und vom eigenen Volke inthronisiert, allmählich deutlich, wie wenig von den Vorkommnissen an die Außenwelt vorgedrungen ist.

Doch beginnen wir mit meinem Entschluß zu Beginn des Jahres 6.

Ich hatte meinem Gatten nach seiner Ernennung zum Grafen im Jahre 4 den Hinweis gegeben, daß er in einem bestimmten Gebiet der Grafschaft wohl einen Bauplatz für die von ihm geplante Burg finden würde. Die Karten hatten es mir verraten.

Da er sich dorthin auf den Weg machte, es mich aber in andere Länder zog, trennten sich unsere Wege für nahezu zwei Jahre. Er baute eine dort vorgefunden Ruine wieder auf und erstellte eine Burgbesatzung. Von Zeit zu Zeit erreichte mich ein Brief. Viele mögen es nicht gewesen sein und einige sind wohl auch verloren gegangen.

Im Jahre 6 aber konnte ich nicht mehr umhin, meinen Weg nach Örhus zu lenken, um dort einige Tage mit meinem Gatten zu verbringen. Mir unbekannt waren allerdings seine Absichten. Er hatte, kaum dass ihn mein Ankunftstermin erreicht hatte, Einladungen zu einem großen Feste versandt und erwartete mich nun mit einer großen Anzahl Gäste. Alles waren alte Bekannte, die uns auf den Reisen durch die Lande lieb geworden waren.

Doch erschreckte mich die große Anzahl der dort in Lohn und Brot stehenden Wachen und Diener. Ein gutes Viertel der Burg war von Wachen bewohnt. Und diese hatten, so schien es mir zumindest, keine anderen Anweisungen, als über jeden meiner Schritte zu wachen. Ebenso verhielt es sich mit den Dienern. Sie füllten wohl ein Zehntel der Burg. Und als wäre dieses noch nicht genug der Vorsicht, nein, mir zur Seite gestellt wurden noch drei Diener, die sich ständig in meiner Nähe aufzuhalten hatten und eine ältliche Elfe, die mich in die höfische Etikette einweisen sollte.

Am Abend meiner Ankunft hatte ich mit ihr eine lange und laute Auseinandersetzung darüber, was ich zu tun und zu lassen hätte - nach dem Gusto der Dame Laudana. Zu diesem Zeitpunkt wußte ich noch nichts von den Gästen, welche erst am nächsten Tage eintreffen sollten.

Ich weiß nicht recht, weshalb, aber ich habe an den Beginn des Tages nur sehr vage Erinnerungen. Es wird wohl etwas mit dem Trunke zusammenhängen, den mir die Dame Laudana in Anweisung meines Gatten in mein Frühstück gemischt hatte. Jedenfalls erinnere ich mich erst wieder an den Nachmittag. Und an die Menschenmassen, die die Gänge und den Hof bevölkerten. Ich freute mich über die Überraschung und begrüßte die Gäste, wie es sich gehörte. Oder auch nicht, denn so langsam wurde ich wieder Herr über meine eigenen Sinne.

Und ich verspürte Unmut darüber, daß mich mein Gatte auf Schritt und Tritt von unzähligen Augenpaaren beobachten ließ.

Ich ließ also meine Schülerin Lillian auf dem Hof Ausschau halten nach einigen Söldnern, die noch nicht von meinem Gatten bezahlt wurden. Und sie wurde fündig. Nacheinander wurde zwei Söldnergruppen bei mir vorstellig. Nach kurzer Verhandlung nahm ich beide in meine Dienste und verfügte somit über eine Leibwache von wohl 10 Personen. Die Söldnergruppen, welche ich anwarb, nannten sich “Eisenwurm” und “Verlauster Haufen”. Sehr zu meiner Freude und zum Leidwesen meiner Diener wurde es in meinen Gemächern wieder etwas lebhafter.

Mein Gatte aber konnte nicht verstehen, daß ich eigene Wachen anwarb, wo doch gesamte Burg auf mich achtete. Vielleicht war es gerade dies.

Stutzig machte mich aber endgültig, als er mich über einen Diener aufforderte, meine Wache zu entlassen. Sie wären zu teuer. Nun gut, sie waren nicht billig, aber es handelte sich um mein Geld. Wie es sich auch zu einem großen Teil um mein Geld gehandelt hatte, mit dem er den Burgaufbau finanziert hatte. Dies teilte ich ihm auch unmißverständlich mit.

Bald darauf erreichten mich beunruhigende Meldungen, die mich hellhörig werden ließen. Eine von ihnen besagte, daß mein Gatte die Wachen angewiesen hatte, jede kleinste Verfehlung meiner Leibwache mit Kerker zu ahnden. Dies hatte ich bereits einige Minuten zuvor festgestellt, denn auf eine unbedacht geäußerte Bemerkung eines Söldners hatte die Wache dermaßen aufbrausend reagiert und war nicht anders zu beruhigen gewesen, daß ich mich zwischen die Wache meines Gatten und die meinige stellen mußte, sonst wäre es zu Handgreiflichkeiten gekommen.

Trotz der Gefahr begab ich mich zunächst noch einmal in den Hof, wo ich mit einigen Bekannten sprach und herauszufinden versuchte, was auf der Burg eigentlich los wäre. Von Seiten Miras, der Führerin der königlich weiblichen Leibgarde, erfuhr ich, daß sie vom Hauptmann der Wache davon in Kenntnis gesetzt worden war, daß er von meinem Gatten folgenden Auftrag erhalten hätte: Mira und ihr Gefolge, inklusive des Münzmeisters, wären bei Betreten der Burg zu beseitigen. Da der Hauptmann glücklicherweise gesetzestreu handelte - und noch handelt, er ist nun oberster Waffenmeister auf Rosenhain -, wurde dieser Befehl nicht ausgeführt. Meine Leibwache wurde noch vorsichtiger und begann, über den eigenen Troß Nachforschungen anzustellen.

Bei einem angesetzen Turnier am Nachmittag kam es sodann zum Eklat. Die Dame Laudana klagte meinen Gatten öffentlich der Planung des Gattenmordes und des Hochverrates an. Sie hatte den Inhalt der Fläschchen, die er ihr gegeben hatte, analysieren lassen und erfahren, daß es sich um einen Trunk handelte, der in der Lage war, mich gefügig zu machen. Des Weiteren plante er den Platz des Königs einzunehmen, wenn es diesen aus dem Wege geräumt hätte. Es war mir bekannt, daß er über ein Schriftstück verfügt, in dem ihm vom König Handlungsfreiheit zugesichert wird, für den Fall, daß dem König etwas zustoßen würde.

Mein Gatte verließ daraufhin die Burg. Ihm in den Wald folgte eine unbekannte Anzahl Anhänger - es hieß, er wolle sich auf die Seite Kaotiens gegen Larhgo stellen. Des Nächtens kam er zurück, um Unheil zu stiften. Es ist mir klar gewesen, daß er diese Niederlage nicht würde hinnehmen können und nicht eher ruhen würde, bis er mich und meine Leibwache beseitigt hätte, deshalb verließ ich die Burg kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Ich wußte, daß er auf diese Weise seine Gäste grundlos gegen sich aufbringen würde. Die Burg würde er verschonen, da ihm Mittel und Wege zur Verfügung standen, festzustellen, ob ich mich an der Stätten befand. Er mußte also annehmen, ich hätte mich in Sicherheit gebracht.

Der Plan wäre beinahe schiefgelaufen, denn womit ich nicht gerechnet hatte, war seine Skrupellosigkeit. Er beschwor mit Hilfe einer Seele vom örtlichen Friedhof einen Dämon, gegen den auch seine Gäste nur wenig Licht sahen. Die alten Götter Larhgos aber hatten ein Einsehen und sandten ihren Boten mit einem Zeichen. Der Thorshammer wurde an die Führerin der königlich weiblichen Leibgarde überbracht. Durch dieses mächtige Artefakt geschützt, stellte sie sich dem Dämon, welcher von der Aussicht eines ewigen Kampfes nicht sehr erbaut schien und daraufhin die Burg wieder verließ. Die Gefolgsleute meines Gatten schienen, ihrer mächtigsten Waffe beraubt, den Mut zu verlieren und verschwanden wieder im Wald.

Mein Gatte mit ihnen. Wo er sich derzeit aufhält, ist unbekannt. Sein ehemaliger Berater Aron meinte, er wäre fest entschlossen gewesen, nach Kaotien zu gehen, um Larhgo von dort aus zu schaden. Nach Larhgotischem Recht wurde ich von meinem Gatten geschieden, nur ist es nach meinem Glauben nicht so einfach. Nur der Tod scheidet einen gemeinsamen Weg. Über eine herbeigeführte Scheidung wäre ich natürlich jedem sehr dankbar und würde ihn entsprechend entlohnen. Aber entsprechende Bekanntmachungen sind ja in ganz Larhgo zu finden.

Da mein Glaube mir untersagt, mich niederzulassen, habe ich auf der Burg einen Verwalter für die Grafschaft eingesetzt. Regelmäßig erhalte ich Nachricht und reise auch viele dort herum, um sicher zu gehen, daß sich mein Gatte dort nicht doch wieder einnistet.

Solltet Ihr weitere Fragen zum Geschehen haben, so müßt Ihr mich schon direkt darauf ansprechen.

Gaea


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