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Bericht Yorkfeuer 2007

(weitere Berichte bitte oberhalb des Trennstriches hinzufügen, danke. Moha)


OT vorweg: Dieses ist die kurze Version der Reisenotizen. Sie sind so auch in der Bibliothek zu Oerhus zum Nachschlagen zu finden. Es handelt sich um reine IT-Notizen und somit sind darin auch nur Dinge zu finden, die IT bei Gaea oder dem Gefolge angekommen sind, bzw sie sind auch manchmal so formuliert, wie man es bei einem recht öffentlich zugänglichen Nachschlagewerk machen würde. (Ach ja, Plot hab ich nicht wirklich viel mitbekommen, darum steht davon auch nix drin)

Moha 13.04.2007

Reisenotizen der Reise ihrer Gnaden Gaea, Gräfin zu Oerhus nach Lohweiler in Gerland für die Zeit des Yorkfeuers im Jahre 13/14 n.Y.

Reisegesellschaft:

Die Reise von Averbergen bis zum Weiler Lohweiler in Gerland verlief ohne größere Probleme.

Vor Ort zunächst angetroffene Oerhuser und Averbergener:

Der Geselligkeit wegen große Essensrunde aus oben genannten Personen beschlossen und zu dieser Rosies Gerlinde aus Hammerburg hinzugebeten.
Unterkunft für alle im Gasthaus nicht möglich, so wurde die Gesellschaft getrennt im Gasthaus (Hohepriesterin Sina, Hohepriester Aron, Ihre Gnaden Gaea und Schreiber Ares), sowie mehreren Zelten untergebracht.
Bannerdichte am Orte zufriedenstellend.

Vor Ort nach und nach anwesend gefunden:

Anreisetag

Die Suppe der Schenke am Abend deutet darauf hin, dass die Köchin unter leichtem Liebeskummer litt.
Der Handwerker Johann hat die Banner von Oerhus und Averbergen aufgestellt.
Reichsritter Gregor entkommt nach zweieinhalb Jahren von den Orks und muß längere Zeit von den Heilern versorgt werden und sich kurrieren.
Hora ist offensichtlich in Ludwigstein angekommen und wurde von seiner Majestät zu seiner Verurteilung mitgeführt. Warum aber die Bewachung auf seine Sicherheit ausgerichtet und nicht auf die Sicherheit des Lagers und seiner Majestät ist unklar?
Hora bewegt sich scheinbar unbehelligt im Gefolge seiner Majestät, was zu Unverständnis und Besorgnis unter den anwesenden Grafen von Averbergen, Hammerburg und Oerhus, der Priesterschaft, Reichsritter Langoras und Ritter Rhavin Ordos zu Süsel führt. Beim Mahle seiner Majestät in der Schankstube sitzt der Beschwörer keine zwei Personen weiter.
Seine Majestät bittet die Anwesende Reichselite nicht zu einem Gespräch zu seiner allgemeinen Information. Über Reichsritter Langoras bittet diese dann um ein solches Gespräch, welches seine Majestät mit dem Hinweis auf eine öffentliche, allgemeine Audienz seinerseits am nächsten Tage zur Mittagsstunde ablehnt.
Informationsaustausch und Sammlung Wissens zu Hora ergiebt: Hora wurde nicht vom hohen Herrn Langoras selbst, sondern in seinem Auftrage von den hohen Herren Elrin und Orelan gen Ludwigstein begleitet, kam dort aber ohne eben jene an.
Die Sorge um seine Majestät und die verschollenen Reichsritter führt zu später Stunde zu einer erneuten Anfrage durch den hohen Herrn Langoras bei seiner Majestät, welcher auch diese Bitte um ein Gespräch ablehnt.
Man tut es seiner Majestät gleich und auch ohne IrrShin-Tag kann man frönen, das wurde geprüft und festgestellt.
Eine Frau des Konvents soll in der dunklen Nacht von Wölfen, eventuell einem Werwolf, getötet worden sein. Sie wird in der Halle des Wanderers aufgebahrt.
Langoras gab sein Schwert an seine Majestät zurück, welcher es annahm und ihn somit aus dem Stande eines Reichsritters entließ.
Gegen den sehr frühen Morgen, äußert seine Majestät wohl den Wunsch, die Priesterschaft zu sprechen, welche aber bereits unabkömmlich ist.

Tag vor dem Yorkfeuer

Die Mahlzeiten der Lagergesellschaft ausreichend und gut. Gesellschaft gut gelaunt.
In der Schenke seltsamer Geruch und die Suppe am Abend wurde erst sehr spät gereicht. Gewöhnungsbedürftig, aber sättigend, es wurden zur Überbrückung die Reste der Vorabendsuppe ausgegeben.
Bereits beim morgendlichen Frühstück wurde der Segen Alinas uns zuteil, als sie Novizin Nele zu einer ihrer Priesterinnen erhob.
Während der - zuvor nicht ausgerufenen - öffentlichen Audienz, zu der seine Majestät die anwesenden Grafen und deren Vertreter, zur Mittagsstunde des Tages befahl, wurden von seiner Majestät folgende Dinge angesprochen:
* den Kampf gegen Teshup wollte seine Majestät mit allen Mitteln führen.
* Das von Hora in Averbergen vorgewiesene Schreiben seiner Majestät sollte die von ihm durchgeführten Handlungen nicht abdecken. Es wurde dem Grafen von Averbergen zugesagt, dass ihm Hora zu späterer Zeit übergeben werden sollte.
* Einer der Anwesenden berichtete über eine Begebenheit von letzter Nacht, in der sich Reichsritter Langoras gegen den direkten Befehl des Königs gestellt hatte, Nik Grinwin nicht anzurühren. Seine Majestät wollte von den Anwesenden wissen, wie sie darüber urteilten.
* Nik Grinwin und Aludra Caspai sollten weiter gegen Teshup vorgehen können und erst später über sie entschieden werden.
* Langoras, Hora, Nik Grinwin und Aludra sollten vom Konzil geprüft werden.
Währenddessen wurden die Holzfäller von Orks gefangen genommen und sollten zunächst gegen eine Kette ausgetauscht werden, um die Orks dann zu töten.
Die Schwarz-Weisse-Garde wurde erst einmal unter Befehl des hohen Herrn Gregor vom Rabenfels gestellt und von diesem beurlaubt, da er in der Genesung sich nicht darum kümmern kann.
Hora wurde geprüft und es wurde festgestellt, dass er von den Göttern nicht wahrgenommen wird.
Langoras wurde geprüft und es wurde befunden, dass er reinen Herzens und reinen Geistes ist.
Später am Tage wurde Hora dem Grafen von Averbergen übergeben, welcher ihn an einem geheimen Orte richten wollte. Zuvor schrieb Hora noch einen Brief an seine Mutter.
Während der Verabschiedung Horas von seinen Freunden Nik Grinwin und Aludra vor seiner Hinrichtung, beschwor Nik Grinwin Teshup, welcher Aludra Caspai tötete, bevor er selbst geschlagen werden konnte.
Nik Grinwin trug schwere Verletzungen davon, welchen Alina eine dauerhafte Heilung versagte.
Gegen Nik Grinwin durfte auf Befehl seiner Majestät noch immer nicht vorgegangen werden.
Am späten Nachmittag wurde bekannt, dass seine Majestät gegen Teshup anzutreten gedachte. Das gesammelte Wissen des Ordens der Quintaner sprach dafür, dass auch dieses den Dämon nicht vernichten würde.
Am Abend wurden alle Anwesenden zusammengerufen, um Zeuge zu werden, wie seine Majestät Nik Grinwin die Anweisung gab, Teshup zu beschwören. Hernach streckte seine Majestät den Leib Teshups nieder, welcher sich – wie üblich – in Luft auflöste. Hohepriester Aron teilte seiner Majestät mit, dass sich der Leib in Luft aufgelöst hätte, woraufhin dieser selbst annahm, dass er wiederkehren würde.
Das Lied Grimwart Lothbroksons, Gardist der Schwarz-Weissen-Garde, über den Kampf anliegend.
Redallka nutzte die Gunst der Stunde und des unbewachten, siechen Derakalls, um zu ihm vorzudringen. Dort wurde sie mühsam gestellt, floh aber später doch zunächst wieder. Teshups Amulett aber, konnte ihr abgenommen werden und Nik Grinwin bannte es in ein Kästchen, welches er stetig mit Energie füttern musste. Gleich am nächsten Morgen sollte er es anderen Magiern am Orte lehren, so seine Majestät.
Derakall wurde von den Magiern welche ihn zur Fallenstellung vergiftet hatten geheilt.

Tag des Yorkfeuers/letzter Tag des Jahres 13 n.Y.

Die Reisegesellschaft ist gut versorgt und genoss besonders das Frühstück.
In der Schenke gab es am Abend Derakallinensuppe, schmackhaft, wenn auch nicht von Vielen bemerkt.
Seine Majestät schickte seine Gnaden Klaas Radebrecht zu Hammerburg wider jeder larhgotischen Sitte noch beim Frühstück zum Zelt der Reisegesellschaft, um sofort einen Trank und einen Ring einzufordern. Unverständnis bei der Gesellschaft, es wird sich gekümmert werden.
Redallka wird sich auf dem Gulltopphof niederlassen und diesen bewirtschaften. Derakall begleitet sie zunächst dorthin.
Der Konvent hielt einen öffentlichen Diskurs um die Rolle des Fünften in der Götterwelt.
Die nicht heilenden Wunden Nik Grinwins, sowie sein offensichtliches Nicht-Ausführen des Auftrages seiner Majestät - der Einweisung seiner Kollegen in die Zuführung von Energie auf das Schutzkästchen - und die somit unmögliche Prüfung durch das Konzil besorgt die Reisegesellschaft, wohl aber nicht seine Majestät.
Orks stürmten das Zelt der Reisegesellschaft in dem sich keine Gardisten aufhielten. Hohepriester Aron wurde schwer verletzt, Hohepriesterin Sinas Kehle wurde von einem Orkmesser aufgeschlitzt. Sie verstarb später an ihren Verletzungen. Die Orks waren auf der Suche nach einer Kette.
Seine Majestät wurde sowohl von Lilian, wie auch von ihrer Gnaden informiert, dass die Hohepriesterin das Yorkfeuer nicht mehr erleben wird, kam aber nicht an ihr Sterbebett.
Ihrer Gnaden wurde von Langoras mitgeteilt, dass seine Majestät ihr Auftreten als beleidigend aufgefasst hätte.
Nach dem Tode der Hohepriesterin tauchte Rudgar Eisenstab auf. Er wurde erst durch das Eingreifen, des Hammeriten Kristallbrunner und der versammelten Larghoten wieder vertrieben.
Die Schwarz-Weisse-Garde beendete den Urlaub.
Eine Stunde vor Sonnenuntergang rief seine Majestät die Grafen von Averbergen, Hammerburg und Oerhus, sowie den Ritter zu Süsel zu sich. In Anwesenheit von Langoras teilte er ihnen mit, dass er ausziehen wolle, im Telumendilwald nach seinem Erbe zu forschen und zu lernen, die Völker Larhgos zu einen. Für die Zeit seiner Abwesenheit wolle er Langoras als Truchsess einsetzen als ‚König ohne Krone’.
Seine Majestät sieht Kür und Landrecht als das höchste Recht Larhgos an und von daher sollte beim Tode des Truchsess die Kür einen neuen König küren. Die Anwesenden sehen dieses Vorgehen als einen Verstoß gegen dieses höchste Recht, welches sicherstellen soll, dass Larhgo immer einen König hat, der seinen Aufgaben gewachsen ist. Nach Landrecht und Kür ist Larhgo kein Erbkönigreich. Der Thronfolger wird auch nicht von seinem Vorgänger bestimmt.
Trotz des Hinweises, dass seine Majestät freisteht sich nach der Reise erneut zur Kür stellen könnte, verkündet er wovon ihm zuvor abgeraten wurde vor Entzündung des Yorkfeuers. Seine Majestät verließ das Yorkfeuer und Lohweiler während der Feierlichkeiten heimlich mit seinem Gefolge und den Reichsinsignien.
Marius, Hauptmann der Wacht in Hammerburg wurde am Yorkfeuer zum Ritter geschlagen.
Torben Gernerich wurde vor brennendem Feuer zum Hofmagus in Hammerburg ernannt, er soll Rosies Gerlinde mit nach Hammerburg nehmen.
Der Leichnam der Hohepriesterin Sina wurde als höchste Ehre dem Yorkfeuer übergeben.
Der Leichnam Aludra Caspais wurde ebenfalls dem Yorkfeuer übergeben, welches Nik Grinwin zum Anlass nahm eine Anklage gegen Langoras zu richten und danach den Ort fluchtartig zu verlassen. Er nahm das Kästchen samt Amulett Teshups mit sich und ist als hinterhältig und gefährlich einzustufen.
Um den Frieden des Yorkfeuers nicht zu zerstören bitten die Grafen von Averbergen, Hammerburg, Oerhus und der Ritter zu Süsel Hohepriester Aron noch während das Feuer brennt, um die Prüfung ob eine Kür einberufen werden könnte, dieses wenn aber erst am nächsten Tage zu verkünden.

Tag nach dem Yorkfeuer/erster Tag des Jahres 14 n.Y.

Zum Frühlingsopfer verkündete der Konvent, dass einige Personen sich auf den Weg machen würden, um einen neuen Platz für den Stamm zu suchen.
Ritter Marius aus Hammerburg bat die Schreiberin Lia sein Flehen zu erhören.
Die Bekanntmachungen Langoras’ sind anliegend zu finden.

IT Bericht von Derakall

Jetzt aber wirklich ab in den Wald!

Wäre ich doch bloss schon früher gegangen! Oder vielleicht doch nicht? Ich weiß es nicht, vielleicht wissen es die Götter, aber davon später mehr.

Es ist nun etwas über ein Jahr her, auf dem vorvorletzten Yorkfeuer, direkt nach der Schlacht um Gehrland als ich mich entschloss, in den Wald zu gehen und Antworten zu suchen. Dabei dachte ich nicht an elfisches Getüdel sondern ganz konkrete Dinge: ich wollte – und will – den Gehörnten finden und in Erfahrung bringen, wer die Götter sind, was sie von uns wollen, und schließlich, ob der Gehörnte der einzig Vernünftige unter diesen Gestalten ist.

Aber ich war unentschlossen, wie, wo und wann ich meine Suche beginnen sollte. Und, ja, es fiel mir nicht leicht, mich auf ein Leben ohne gewisse Annehmlichkeiten einzustellen, nur noch Einsamkeit, Schmutz und ein Leben von der Hand in den Mund, kein Bier, keine Frauen, kein Lagerfeuer mit lustigen Gesellen… So etwas rächt sich in Larhgo! Und es kam ganz dick: Vor jetzt etwa zwei Monden – gerade wollte ich endlich aufbrechen – erreichte mich ein Bote. Da wollen ein paar Leute in einer wichtigen und für mich sehr persönlichen Angelegenheit mit mir sprechen und es geht natürlich irgendwie auch um die Rettung Larhgos! Und da war sie wieder, die verfluchte Eitelkeit! Ich soll für etwas wichtig sein? Wirklich, wo ich doch nur ein ganz einfacher Bürger bin, und so weiter und so fort… Natürlich habe ich mir die Sache angehört. Es war Hora, der mich ansprach, im Schlepptau all die anderen Magiere Larhgos, wenigstens einige von ihnen. Nun muß ich erwähnen, dass ich seit dem Magierwesen Saragon-Nogaras nicht mehr viel mit solchen Leuten zu schaffen hatte und das ich bereits zu deren Zeiten (früher, als noch alles gut war!) wusste, dass das ein ganz besonderer Menschenschlag ist, solche Magiere, und das es wenige gibt, die sich an Dinge wie Religion, politische Konventionen und Menschenleben scheren. Kurz, ich wollte eigentlich nie mit denen was zu tun bekommen, früher ließ sich das natürlich nicht immer vermeiden, und Saragon-Nogaras waren auch oft sehr nützlich. Aber zurück zur Gegenwart! Hora erläuterte mir den Plan der Zauberer: Ihre Absicht war es, den Reichsdämonen Teshub ein für alle Male unschädlich zu machen (das hörte sich zu allen Zeiten immer gut an!). Zu diesem Befuge benötigten sie dessen berüchtigtes Amulett, welches sich nach wie vor im Besitz meiner bekloppten Schwester befand. An dem Punkt war es ein leichtes für die Zauberer, mich zu gewinnen! Denn sie versprachen, zu versuchen, meiner Schwester das Teil abzunehmen, ohne sie über Gebühr zu gefährden. Da Redallka nun aber leider nicht völlig blöd sei, bedürfe es einer List: ich, Derakall, solle vergiftet werden und im Sterben liegen, Rettung gäbe es nur, wenn Redallka käme… das klingt jetzt im Nachhinein auch in meinen Ohren ganz schön dämlich. Aber wie dem auch sei, es war klar, dass eine Vergiftung nicht lediglich vorgetäuscht sein dürfe. Also schluckte ich den ekligen Trunk der Zauberer und wartete auf den Tod, beziehungsweise meine Schwester.

Dann verging eine Zeit, in der ich wüste Träume durchlebte und immer nur von Zeit zu Zeit das Bewusstsein erlangte. Man schleppte mich zum Yorkfeuer, so war es vereinbart gewesen. Und, ja, ich gebe zu, die Aussicht, noch einmal auf einem Yorkfeuer ein klein wenig im Mittelpunkt zu stehen, als einer, der durch seinen Heldenmut zu Teshubs Vernichtung mit beigetragen hat, hatte mich auch schon maßgeblich beeinflusst, diesem kranken Plan zuzustimmen. Es kam natürlich anders, was auch gut so ist. Aber nein, nicht alles war gut, und das ist der eigentliche Grund, warum ich diese Zeilen schreibe und sie diesem windigen Burschen gleich überreichen werde, der vorgibt, sie auf den üblichen Wegen im Lande Larhgo publik zu machen. Es gibt Situationen im Leben, die sind so doof, die vergisst man nicht. Und immer, wenn sie einem in Erinnerung kommen, denkt man, Gott, wie peinlich, warum habe ich nicht dieses oder jenes getan? Und man wünschte sich, die Macht zu haben, nur eine einzige Minute seines Lebens ungeschehen zu machen.

So einen Moment hatte ich auf dem letzten Yorkfeuer. Dieser Moment trübte mir alles ein, was die Sache mit Teshub anbelangte. Beim Yorkfeuer selber war ich bereits mit meiner Schwester unterwegs, nachdem die Heilerin unter den Magiern mir das gegengift eingeflößt hatte.

Aber nun zum Punkt: Wieder einmal erwachte ich aus den giftumnebelten Träumen. Das geschah öfter und ich erblickte immer geschäftige Magiere, Heilerinnen oder zumindest einen Wächter, der bei mir stand und hoffentlich die Aufgabe hatte, mich vor Banditen zu schützen. Aber als ich dieses Mal erwachte, war da niemand! Ich krächzte ein wenig herum, aber nichts geschah. Mein Instinkt sagte mir: paß auf, Derakall, hier stimmt was nicht! Ich sammelte also all meine Kräfte, ließ mich aus meinem Bett fallen und robbte zur Tür, in der Hoffnung auf Hilfe. Ich ging davon aus, dass mit der Gruppe um Hora irgendetwas Schlimmes geschehen sei und hatte nicht vor, nur deshalb zu sterben, weil man mich vergessen hatte. Noch bevor ich die Tür erreichte, flog diese auf. Kurz darauf der Schrei einer Frau, da seien wandelnde Tote oder dergleichen in ihrem Schlafgemach! Ich dachte, was wäre das für ein bitteres Ende, aufgrund eines Irrtums von einem wackeren Soldaten zerhackt zu werden, weil ich zu schwach war, das Missverständnis rechtzeitig aufzuklären, dass ich mitnichten tot sei! Aber zum Glück waren da auch Leute zugegen, die um mich und meinen Zustand wussten. Diese halfen mir auf mein Bett zurück, schienen aber ansonsten nicht weiter an mir interessiert. Und, was für mich noch schlimmer wog, unter jenen war kein mir bekannter Magier, von Hora keine Spur! Ich machte mich mit dem Gedanken vertraut, nun zu sterben. Im Nachhinein vielleicht etwas übertrieben, aber in dem Moment schien mir das sehr real. Ich erinnerte mich an eine Sache, die ich unbedingt noch vor meinem Tod geklärt, oder doch zumindest angesprochen haben wollte. So bat ich die umherstehenden Menschen, nach Langoras zu schicken. Bald darauf erschien dieser.

Nun muß man, um meine Situation verstehen zu können, ein wenig in die Vergangenheit reisen. Damals, als es die sogenannte Heilige Allianz gab, zwischen König und Cron Orden. Diese Allianz beinhaltete eine absolute Treue, die soweit ging, dass man füreinander in den Tod gegangen wäre. Oft genug wäre das früher auch beinahe geschehen, zuletzt im Bürgerkrieg, wo wir Seite an Seite standen und unser Schicksal miteinander verwoben hatten. Nicht zuletzt deswegen ist kurz nach dem Ende meines Königtums der Cronorden untergegangen. Roderik verschollen, Langoras in eine von ihm gegründete Garde geflüchtet. Langoras und Derakall verband und verbindet eine lange, eine sehr lange gemeinsame Geschichte in Larhgo. Und eben jenen Langoras riet ich vor Ewigkeiten davon ab, den Weg des Priesters zu beschreiten. Und vor nicht ganz so langer Zeit riet ich ihm davon ab, König zu werden. Statt dessen half ich mit meinen bescheidenen Mitteln dem Elfen Lorjak zur Königswürde. Meinen Freund und alten Weggefährten Langoras überging ich. Verriet ich ihn? Dieser Zweifel rührte mein Herz, seit jenen Tagen des Yorkfeuers, vor dem in Gehrland die riesige Schlacht ausgetragen ward. Und eben dies wollte ich vor meinem Tod bereinigen. Ich sagte Langoras, dass ich nun glaubte, es sei ein Fehler gewesen, nicht ihn darin unterstützt zu haben, sondern den anderen. Und ich ging auf König Lorjak und den Konflikt bezüglich der Interpretation Ishtars ein, die Schwüre, die er hat schwören lassen und diese Dinge. Und ich sagte, dass ich das nicht rechtens fände. Da war sie kurz wieder, die alte, die heilige Allianz.

Diese Minute hätte ich gerne ungeschehen gemacht. Zumindest dergestalt, dass ich geschaut hätte, wer da noch im Raum war. Denn leider, leider, waren Langoras und ich nicht allein in jenem Moment. Andere hörten diese Worte und trugen sie zu König Lorjak. Dieser war zu diesen Zeiten wohl – ich hörte nur am Rande davon – politisch ein klein wenig in die Defensive gedrängt. Bei den Göttern, ich weiß, wie ich damals reagiert hätte! Und weit höflicher reagierte der König, indem er kurz darauf Graf Heson aus der Nordmark schickte, der mich – ich saß zu allem Überfluß gerade mit Langoras in der Taverne – fragte, ob es stimme, dass ich hochverräterisch über den König gesprochen hätte!

Verdammt, eine beschämendere, unwürdigere und hochnotpeinlichere Begebenheit hatte ich selten vorher erlebt! Ja, verflucht, ich hatte das gesagt, aber ich schwöre bei den Göttern, ich sagte es nur zu meinem Freund Langoras, als vorweggenommene letzte Worte! Nie wollte ich, dass daraus ein Politikum wird, nie wollte ich, dass diese Worte Anlaß geben, von anderen als mir und Langoras im Herz oder Kopf bewegt zu werden!

Ich entschloß mich für den feigen Weg der Lüge. Ich sagte dem Grafen, ich erinnerte mich nicht recht und wenn, dann hätte ich diese Worte im fiebernden Traum gesagt. Das ist zwar nicht völlig falsch, denn die Worte entstammten einer solchen Situation, aber ich weiß, vor das grelle Licht der Wahrheit gezerrt, würde diese Aussage nicht standhalten. Graf Heson jedenfalls drohte noch ein wenig, im Ungewissen verbleibend, und ging dann.

Na prima, so endete mein ungewolltes, vorerst letztes Auftreten in der larhgotischen Öffentlichkeit! Mit ein bisschen Hochverrat, dem peinlichen Herauswinden aus einer blöden Gegenüberstellung, inklusive dem Schwanz einziehen vor einem alten Freund und dem anschließenden Davonschleichen. Ich überlegte noch kurz, zum König zu gehen, um mich zu rechtfertigen, zu entschuldigen. Aber da ich nur zu gut weiß, wie man sich fühlt, sieht man sich in die Ecke gedrängt, ließ ich davon ab. Auch das hinterlässt keine Glücksgefühle in mir.

Und in der Sache war ich mir – und bin es noch immer – nicht sicher, was recht und was unrecht ist. Ein Schwur auch auf Ishtar? Das Ignorieren und bekämpfen, wie früher? Sind die anderen Götter wirklich so großartig anders? Darf ein König das? Was geht mich das an? Verdammt, ich wollte das nicht, ich bin auf der Suche nach religiösen Antworten, nicht nach politischen Herausforderungen! Der nächste Magier oder wer auch immer, der mich anquatscht, das Land oder wen auch immer zu retten, der sollte sich das vorher sehr genau überlegen! Macht euren Kram doch alleine!

So gehe ich also gleich in den Wald und begebe mich auf die Suche. Den Telumendil Wald werde ich übrigens meiden, ich weiß, dass dort der Gehörnte nicht zu finden ist. Vielleicht kann ich in ein paar Jahren dazu beitragen, die mögliche Unsicherheit der larhgotischen Bewohner zu beheben, was ihre Götter anbelangt. Vorher ist mit meinem Erscheinen – hoffentlich – nicht mehr zu rechnen.

Entschuldigen werde ich mich dann irgendwann – das geht nur persönlich – bei König Lorjak und Graf Heson. Möge ihnen derweil beiden eine lange Zeit der Herrschaft und des Wohlergehens beschieden sein! Und das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes! (vielleicht wirkt sich dieses wirklich ernst gemeinte Bekenntnis in einem Hochverratsprozess gegen mich strafmildernd aus…) Langoras wird mich, so hoffe ich, wie immer verstehen.

Derakall


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